Ralf Stadler, MdL: Ausbeutung durch Zeitarbeit beenden

Ralf Stadler, MdL: Ausbeutung durch Zeitarbeit beenden

Das Beschäftigungswachstum in der Leiharbeit hält unvermindert an. „Das sei weder Zufall noch Zeichen für eine bloß stellenweise missbräuchliche Nutzung der Arbeitnehmerüberlassung. Vielmehr spreche die Zahlen für eine systematische Ausbeutung von Beschäftigten durch Leiharbeit, so der Abgeordnete Ralf Stadler, AfD.

Über eine Million Menschen befinden sich in Deutschland in einem Leiharbeitsverhältnis. Dies ist eine Steigerung in den Jahren 2007 bis 2017 um mehr als 43 Prozent. „Ein trauriger Rekord“ findet der bayerische Landtagsabgeordnete Ralf Stadler. „Leiharbeiter arbeiten bei gleicher Leistung durchwegs auf einem deutlich niedrigeren Lohnniveau als Festangestellte. Im Schnitt bundesweit um etwa 1300 Euro brutto. Bei vielen reicht es kaum zum Überleben“ kritisiert Stadler. 

Besonders frappierend ist die Tatsache, dass gerade in Bayern, dem wirtschaftlich stärksten Bundesland, eine Vielzahl von Firmen diese Form der Arbeitnehmerüberlassung ausnutzen. Darunter auch zahlreiche renommierte Großunternehmen, die finanziell bestens dastehen.

Es wird entweder völlig verkannt oder nur zu gern verschwiegen, dass die Liberalisierung des Arbeitsmarktes die Nachfrage nach diesen billigen flexiblen Arbeitskräften erst geschaffen hat. Zuvor waren Unternehmen gezwungen, eine vorausschauende Personalpolitik zu betreiben und beim Personalbestand Puffer einzubauen, um Nachfrage- und Einsatzschwankungen nach oben wie unten ausgleichen zu können. Das Vorhalten von Produktivitätsreserven war solange unproblematisch, wie es überall zu grundsätzlich gleichen Konkurrenzbedingungen erfolgte. 

Relativ stabile Stammbelegschaften und langfristig verlässliche Beschäftigungsverhältnisse waren dafür eher vorteilhaft als hinderlich. Nun ist es möglich, das Stammpersonal zu reduzieren, da man für die allfälligen Schwankungen ja auf »atmende« Randbelegschaften zurückgreifen kann, die man schnell bekommt und schnell wieder los wird. 

Es kann nicht sein, dass derartige Firmen nur aus Gründen der Gewinnmaximierung billiges Personal auf Abruf nutzen, obwohl sie wirtschaftlich durchaus in der Lage wären, feste Arbeitsplätze zu schaffen, gibt der Politiker zu bedenken. Die stetig wachsende Nachfrage nach billiger „Leihware“ führt natürlich nur solange zu einer Expansion der Zeitarbeit, wie sie durch ein ausreichendes Angebot an mehr oder weniger willigen Leihkräften bedient werden kann. 

Der Verdacht liegt mehr als nahe, dass Bezieher von Arbeitslosengeld 2-Leistungen (Hartz IV) regelrecht in die Leiharbeit gedrängt werden. Schließlich ist es Ziel der maßgeblichen aktivierenden Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslose so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zurückzubringen. Die Ausbeutung wird dadurch noch gefördert.

„Man hat den Eindruck, dass die Agentur für Arbeit als Vorzimmerdame der Zeitarbeitsfirmen fungiert, da ein großer Teil dieser Arbeitsverhältnisse nur noch über diese zustande kommt“ so Stadler. 

Gleiches gilt für unzulässige Verlängerungen dieser Arbeitsverhältnisse. „Dieser modernen Sklaverei gehört seitens der Politik schnellstens ein Riegel vorgeschoben“ fordert der Abgeordnete. 

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