Saustall in München

Mitten in München soll nach dem Willen der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) ein Schweinestall entstehen – mit Unterstützung der gesamten bayerischen Staatsregierung. 

Das Projekt „Saustall München“ ist Teil einer mit fünf Millionen Euro unterlegten Imagekampagne, mit welcher laut der Ministerin „Stadt und Land wieder zueinandergeführt“ werden sollen. (Quelle: Focus)

Mit einer 5 Millionen Euro teuren Image-Kampagne, die weniger den Landwirten, sondern der Ministerin zu einem positiveren Image verhelfen soll, sind jahrzehntelange Versäumnisse in der Agrarpolitik nicht zu kaschieren.

Die CSU verfolgt seit einiger Zeit eine Politik, die die Grünen noch links überholen will. Ihre ehemalige treue Stammwählerschaft, die Landwirte, werden dabei komplett vernachlässigt. Sie sind wohl aus Sicht der CSU nicht mehr „systemrelevant“. Wie wichtig eine autarke Versorgung mit „Mitteln zum Leben“, kurz Lebensmittel ist, wird deutlich, wenn man die uralte Weissagung der Cree-Indianer leicht abwandelt:

 „Erst wenn der letzte Bauer keine Nachfolger mehr hat und der letzte Bauernhof in ein Museum umgewandelt wurde, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Jahrzehntelang wurde dagegen eine Politik des „Wachse oder Weiche“ gefördert, begleitet von einem stetigen Niedergang der Preise für Agrar-Produkte. Im Gegenzug stiegen allerdings die Erzeugungskosten erheblich, nicht zuletzt wegen der ständig steigenden Umweltauflagen und der überbordenden Bürokratie.

Darüber hinaus wurden Konsumenten und Schüler der Landwirtschaft Schritt für Schritt entfremdet und sogar zu Gegnern der Bauern gemacht.

Die Verursacher dieser verfehlten Agrarpolitik sitzen im „Saustall Brüssel“ und im „Saustall Berlin“. Da hilft auch kein Schau-Bauernhof mit einem Saustall mitten in München ! 

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